Vom Erklären zum Loslassen – der Wendepunkt von Three Souls: Rivals

Der Spie­le­test am 24.03.2026 im Spiele­ca­fé Frei­spiel war der letz­te geführ­te Test für Three Souls: Rivals.

Nach meh­re­ren Run­den, in denen ich das Spiel aktiv beglei­tet, erklärt und ein­ge­ord­net habe, war von Anfang an klar:
Die nächs­ten Ter­mi­ne wer­den Blind Play­tests.

Das bedeu­tet vor allem eines:
Das Spiel muss ohne mich funk­tio­nie­ren.

Die­se Run­de war damit mehr als nur ein wei­te­rer Test.
Sie war der Moment, in dem ich her­aus­fin­den muss­te, ob das Sys­tem inzwi­schen von selbst trägt – oder ob es noch zu stark von mei­ner Erklä­rung abhängt.

Dass sich im Ver­lauf des Abends sogar noch eine zwei­te Par­tie erge­ben hat, hat die­sen Test in eine Rich­tung ver­scho­ben, die so nicht geplant war:
Nicht nur beob­ach­ten, son­dern direkt reagie­ren, anpas­sen und erneut prü­fen.


Spieletest in Zahlen:

Ort:Frei­spiel Frei­burg
Datum:24.03.2026
Spie­ler:5 / 4
Gespiel­te Par­tien:2
Test­fo­kus:See­len­stein Mecha­nik, Erwach­te Resis­ten­zen

Wie auch in den vor­he­ri­gen Tests bin ich ohne ein klar defi­nier­tes Ein­zel­ziel in die Run­de gegan­gen.

Im Kern ging es wie­der um die­sel­be Fra­ge:
Funk­tio­niert das Spiel in sei­ner aktu­el­len Form – oder nicht?

Ein Sys­tem lief dabei trotz­dem bewusst mit: das See­len­stein-Sys­tem, das ich nur weni­ge Tage zuvor ent­wi­ckelt hat­te.

Die Idee dahin­ter hat auf dem Papier funk­tio­niert. Im Spiel selbst wur­de aber schnell klar, dass es aktu­ell noch nicht trägt.

Nicht, weil es kom­plett dane­ben liegt, son­dern weil es sich nicht sau­ber ins bestehen­de Sys­tem ein­fügt. Es fühl­te sich an meh­re­ren Stel­len sper­rig an und hat­te kei­nen kla­ren Platz.

Die Ent­schei­dung fiel noch wäh­rend der ers­ten Par­tie:
Das Sys­tem fliegt vor­erst wie­der raus.

Die zwei­te Par­tie wur­de damit direkt zur Gegen­pro­be.
Zurück zur bestehen­den See­len­frag­ment-Mecha­nik, dies­mal kom­bi­niert mit erwach­ten Resis­ten­zen.

Der Fokus ver­schiebt sich damit wie­der dahin, wo er eigent­lich schon liegt:
Nicht neue Sys­te­me dazu­neh­men, son­dern das, was funk­tio­niert, sau­ber aus­ar­bei­ten.

Die ers­ten Kar­ten wer­den gele­sen, wäh­rend die ers­ten Züge bereits im Kopf ent­ste­hen.

Start der ersten Partie

Die ers­te Par­tie star­te­te mit fünf Spie­lern.

Nach der Erklä­rung hat es viel­leicht fünf bis zehn Minu­ten gedau­ert, bis alle wirk­lich im Spiel drin waren. Ab da hat sich mei­ne Rol­le ziem­lich schnell ver­än­dert.

Immer wie­der kamen Fra­gen auf – und noch bevor ich über­haupt ant­wor­ten konn­te, hat ein ande­rer Spie­ler über­nom­men und es erklärt.

Nicht unsi­cher oder tas­tend, son­dern ziem­lich klar.

Das Sys­tem wur­de nicht nur ver­stan­den, son­dern direkt wei­ter­ge­ge­ben.
Ich war plötz­lich nicht mehr der­je­ni­ge, der alles erklä­ren muss­te.

Spielverlauf – Partie 1

Die Par­tie selbst ent­wi­ckel­te sich ruhig – zumin­dest im Ver­gleich zu vor­he­ri­gen Tests.

Es wur­de viel inter­agiert, aber ohne dass sich das Spiel auf ein­zel­ne Spie­ler fest­ge­fah­ren hat.
Angrif­fe wur­den ver­teilt, Ent­schei­dun­gen wirk­ten bewusst und nicht zufäl­lig.

Was dabei beson­ders auf­fäl­lig war:
Die Spie­ler haben das Sys­tem nicht nur ver­stan­den, son­dern aktiv genutzt.

Gera­de bei den Cham­pi­ons wur­de schnell klar, dass hier mehr pas­siert als nur „mit­spie­len“.
Ein Spie­ler hat sich sehr bewusst auf die Mög­lich­kei­ten sei­nes Cha­rak­ters kon­zen­triert und ange­fan­gen, gezielt damit zu arbei­ten.

In einem Moment wur­de das beson­ders deut­lich:
Er hat erkannt, dass er sich eine bestimm­te Kar­te immer wie­der aus dem Abla­ge­sta­pel zurück­ho­len kann, um Angrif­fe zu ver­mei­den.
Ab da war das kei­ne ein­zel­ne Akti­on mehr, son­dern ein wie­der­keh­ren­des Mus­ter.

Fra­gen ent­ste­hen – und wer­den direkt am Tisch beant­wor­tet.

Auch bei Regel­fra­gen hat sich ein ähn­li­ches Bild gezeigt. Die Spie­ler haben zwar nach­ge­fragt, aber oft war die eigent­li­che Lösung schon in der Fra­ge ent­hal­ten. Ich muss­te sel­ten mehr tun, als das zu bestä­ti­gen.

Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen gab es eigent­lich nur ganz am Anfang. Sobald das Grund­prin­zip ein­mal saß, lief das Spiel sta­bil wei­ter.

Für mich hat sich dadurch eine unge­wohn­te Situa­ti­on erge­ben.
Ich habe weni­ger erklärt und mehr zuge­se­hen.

Spielerfeedback (zur ersten Partie)

Der Grund­te­nor war posi­tiv: Das Spiel fühlt sich gut an und die Cham­pi­ons brin­gen spür­bar mehr Tie­fe ins Spiel.

Gleich­zei­tig wur­de ein kla­res Pro­blem sicht­bar.
Zwei Cham­pi­ons – die spä­ter im Duell­mo­dus auf­ein­an­der­tra­fen – waren nicht gut aus­ba­lan­ciert.

Der eine hat­te kon­stan­ten Kar­ten­vor­teil, der ande­re extre­me Hei­lung.
Das Spiel wur­de dadurch nicht ent­schie­den, son­dern immer wie­der zurück­ge­setzt.

Am Ende stand die Par­tie kurz davor, ein­fach durch den lee­ren Zieh­sta­pel zu enden.
Dass es über­haupt noch einen Sie­ger gab, lag an einer ein­zel­nen Kar­te im rich­ti­gen Moment.

Das Pro­blem lag damit nicht im Sys­tem selbst, son­dern in der Balan­ce ein­zel­ner Ele­men­te.

Ein letz­ter Blick auf die Kar­ten – bevor die Ent­schei­dung fällt.

Spielverlauf – Partie 2

Die zwei­te Par­tie ent­stand spon­tan – aber nicht zufäl­lig.

Nach­dem klar war, dass das See­len­stein-Sys­tem aktu­ell nicht funk­tio­niert, wur­de es direkt wie­der gestri­chen. Statt­des­sen sind wir zurück zur bestehen­den See­len­frag­ment-Mecha­nik gegan­gen.

Zusätz­lich kam eine wei­te­re Ände­rung dazu: Es wur­de dies­mal mit erwach­ten Resis­ten­zen gespielt.

Die Grup­pe war zwar klei­ner, aber ich bin ein­ge­sprun­gen, um wie­der auf vier Spie­ler zu kom­men. Der Unter­schied zur ers­ten Par­tie war dabei dann auch sofort spür­bar.

Das Spiel lief schnel­ler, flüs­si­ger und deut­lich ent­spann­ter.
Die Grund­me­cha­nik muss­te nicht mehr erklärt wer­den, Ent­schei­dun­gen wur­den direk­ter getrof­fen.

Gleich­zei­tig hat sich durch die zusätz­li­chen Fähig­kei­ten die Dyna­mik ver­än­dert. Plötz­lich lagen deut­lich mehr Mög­lich­kei­ten auf dem Tisch – und das Spiel wur­de spür­bar inten­si­ver.

Ein Moment ist mir dabei beson­ders hän­gen geblie­ben.

Ein Spie­ler hat es geschafft, mich in einem ein­zi­gen Zug kom­plett aus dem Spiel zu neh­men.
Mit zwei Kar­ten, die für sich genom­men nur halb so viel Scha­den gemacht hät­ten – aber durch per­fekt abge­stimm­te Resis­ten­zen zu einem mas­si­ven Schlag wur­den.

Das war kein Zufall, son­dern bewuss­tes Aus­nut­zen des Sys­tems.
Und genau das hat den Tisch sofort ver­än­dert.
Nach die­sem Zug war klar, wer die größ­te Bedro­hung ist.

Die Reak­ti­on dar­auf kam direkt. Der Fokus der ande­ren Spie­ler hat sich ver­scho­ben.

Die Par­tie selbst war ins­ge­samt deut­lich kür­zer.
Nach etwa 40–45 Minu­ten war sie ent­schie­den – mit dem Gefühl, dass sie noch schnel­ler hät­te sein kön­nen, wenn nicht zusätz­li­che Fähig­kei­ten neu hät­ten ver­stan­den wer­den müs­sen.

Mit erwach­ten Resis­ten­zen lie­gen plötz­lich deut­lich mehr Optio­nen auf dem Tisch.

Meine Rolle am Tisch

Im Ver­lauf die­ses Tests hat sich mei­ne Rol­le am Tisch deut­lich ver­än­dert.

In den vor­he­ri­gen Run­den war ich noch zen­tra­ler Bestand­teil des Spiels.
Ich habe erklärt, ein­ge­grif­fen und Situa­tio­nen auf­ge­löst, bevor sie über­haupt rich­tig ent­ste­hen konn­ten.

Dies­mal war das anders.

Schon kurz nach dem Ein­stieg wur­de klar, dass ich nicht mehr gebraucht wer­de, um das Spiel am Lau­fen zu hal­ten. Fra­gen wur­den von den Spie­lern selbst beant­wor­tet, Zusam­men­hän­ge eigen­stän­dig erkannt und Ent­schei­dun­gen ohne mein Ein­grei­fen getrof­fen.

Das war kein schlei­chen­der Über­gang, son­dern ein ziem­lich kla­rer Moment:
Ich woll­te erklä­ren und wur­de unter­bro­chen, weil es jemand ande­res bereits ver­stan­den hat­te.

Für mich war das eines der wich­tigs­ten Signa­le des gesam­ten Tests.
Gleich­zei­tig wur­de hier auch die Gren­ze sicht­bar.

Dass das Spiel mit mir funk­tio­niert, heißt noch nicht, dass es sich selbst erklä­ren kann Bis­her wur­de jede Par­tie von mir ein­ge­führt und genau das wird jetzt zum ent­schei­den­den Test. Die Grund­la­ge dafür ist jetzt jeden­falls da.

Die Sys­te­me grei­fen, die Spie­ler fin­den sich zurecht und das Spiel ent­wi­ckelt sich auch ohne Ein­grif­fe wei­ter. Aber ob das auch ohne mei­ne Ein­füh­rung funk­tio­niert, wird sich erst in den kom­men­den Tests zei­gen.

Eine Spie­le­rin ver­liert ihre zwei­te Rei­he.

Erkenntnisse und Ausblick

Der Test hat meh­re­re Din­ge sehr deut­lich gemacht.

Zum einen:
Das See­len­stein-Sys­tem ist in sei­ner aktu­el­len Form noch nicht bereit. Die Idee dahin­ter bleibt bestehen, aber der Fokus liegt jetzt klar auf den Sys­te­men, die bereits funk­tio­nie­ren.

Dazu gehö­ren vor allem die Cham­pi­ons und das See­len­frag­ment-Sys­tem.
Bei­de haben gezeigt, dass sie dem Spiel nicht nur mehr Tie­fe geben, son­dern auch aktiv genutzt wer­den – selbst von Spie­lern, die das Spiel erst seit kur­zer Zeit ken­nen.

Das bedeu­tet jedoch nicht, dass kei­ne wei­te­re Arbeit nötig ist. Die Balan­ce ein­zel­ner Cham­pi­ons ist noch nicht sta­bil, ins­be­son­de­re im Duell­mo­dus. Das ist kein struk­tu­rel­les Pro­blem, son­dern Fein­ar­beit. Und genau dort liegt jetzt der nächs­te Schritt.

Die größ­te offe­ne Fra­ge liegt jedoch an einer ande­ren Stel­le: dem Regel­werk.

Bis­her wur­de jede Par­tie von mir erklärt. Das Spiel selbst muss­te die­se Auf­ga­be noch nie voll­stän­dig über­neh­men. Das ändert sich jetzt.

Die nächs­ten Tests wer­den Blind Play­tests sein. Ohne Ein­füh­rung, ohne Ein­grei­fen, ohne Auf­fan­gen. Das Spiel muss jetzt zei­gen, ob es sich selbst tra­gen kann.

Und wenn ich ehr­lich bin: Es ist ein unge­wohn­tes Gefühl, das bewusst aus der Hand zu geben – aber genau dar­um geht es jetzt.

Ab hier wird sich zei­gen, ob Three Souls: Rivals wirk­lich bereit ist für den nächs­ten Schritt.

Zwi­schen Kar­ten, Ent­schei­dun­gen und Reak­tio­nen ent­fal­tet sich die Par­tie Zug für Zug.

Sieh dir alle Bil­der an!

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Über Three Souls: Rivals

Three Souls: Rivals ist ein strategisches Mehrspieler-Kartenspiel, das sich aktuell in Entwicklung befindet. Auf diesem Blog erscheinen regelmäßig Einblicke in die Entwicklung des Spiels, Berichte aus Spieletests sowie Hintergrundgeschichten aus der Welt von Three Souls.

Wenn du mehr über das Projekt erfahren möchtest, findest du alle weiteren Informationen hier:

www.three-souls.com


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