Am Dienstag, den 31.03.2026, stand im Spielecafé Freispiel der zweite Blindtest von Three Souls: Rivals an.
Nachdem der erste Blindtest bereits deutlich gezeigt hatte, an welchen Stellen das Regelwerk noch nicht zuverlässig genug trägt, war dieser Termin für mich in mehrfacher Hinsicht spannend.
Der Abend sollte zeigen, ob sich die Probleme im Wesentlichen wiederholen würden – oder ob die kleinen Eingriffe am Regelwerk bereits für mehr Stabilität sorgen.
Gerade deshalb war dieser Abend für mich mehr als nur ein weiterer Test: Er wurde zu einem direkten Vergleich mit dem ersten Test.
Spieletest in Zahlen:
| Ort: | Freispiel Freiburg |
| Datum: | 31.03.2026 |
| Spieler: | 5 |
| Gespielte Partien: | 1 |
| Testfokus: | Stresstest: Regelwerk, Eigenständigkeit des Spiels, Beobachtung von wiederholenden Fehlern zwischen Spieletests |
Ziel des Blindtests
Wie schon beim ersten Blindtest lag der Fokus erneut auf der Frage, wie sich das Regelwerk in einer Spielsituation ohne meine aktive Erklärung verhält.
Grundlage war dieselbe Regelwerksversion wie beim ersten Durchlauf.
Die große Überarbeitung war zu diesem Zeitpunkt also noch nicht umgesetzt. Allerdings hatte ich einige wenige Ergänzungen und Klarstellungen handschriftlich in das bestehende Regelwerk eingetragen, um die gröbsten Schwachstellen des ersten Tests vorläufig abzufangen.
Im Mittelpunkt stand daher nicht die Erprobung einer vollständig neuen Fassung, sondern die Beobachtung, ob bereits diese minimalen Eingriffe einen spürbaren Unterschied machen würden.
Spannend war dieser Test für mich deshalb, weil im Vergleich zum letzten Mal mehrere erfahrene Brettspieler mit am Tisch saßen. Dadurch wurde der Abend nicht nur zu einem weiteren Belastungstest für das Regelwerk, sondern auch zu einer Vergleichssituation:
Wie stark hängen die Probleme eines Blindtests tatsächlich am Text selbst – und wie viel macht es aus, wenn die Spieler geübter darin sind, sich ein Spiel über Regeln und Material eigenständig zu erschließen?
Entscheidend war damit, wie belastbar das bestehende Regelwerk bereits ist, wenn nur die gröbsten Hürden aus dem Weg geräumt werden.

Vorbereitung und Einstieg der Spieler
Am Ablauf des Tests selbst änderte sich auch hier nichts Grundlegendes:
Ich hielt mich bewusst zurück, beobachtete das Geschehen und machte mir Notizen, ohne das Spiel aktiv zu erklären oder dauerhaft einzugreifen.
Der Unterschied zum ersten Blindtest lag also weniger in meiner Rolle als vielmehr in den Voraussetzungen am Tisch.
Schon beim Einstieg zeigte sich ein wesentlicher Unterschied. Die Spieler lasen das Regelwerk erneut gemeinsam von vorne bis hinten, diesmal jedoch sehr konzentriert und mit einer klaren Bereitschaft, sich die Spielstruktur wirklich über den Text zu erschließen.
Dieser Einstieg wirkte sich spürbar auf den weiteren Verlauf aus. Ich hatte den Eindruck, dass die Runde dem Regelwerk eher die Chance gab, sich in seiner vorgesehenen Reihenfolge selbst zu erklären, anstatt frühzeitig einzelne Informationen herauszugreifen oder Lücken sofort mit eigenen Annahmen zu füllen.
Hierbei hatte ich das Gefühl, dass nicht nur die Spielerfahrung selbst, sondern auch die konzentrierte Art des gemeinsamen Lesens – zusammen mit meinen ergänzenden Notizen – wesentlich dazu beigetragen hat, dass das Spiel hier besser verstanden wurde als zuvor.

Spielverlauf und auffällige Situationen
Im Vergleich zum ersten Test wurde Three Souls: Rivals sicherer und flüssiger gespielt. Das bedeutete allerdings nicht, dass der Abend frei von Problemen gewesen wäre.
Auch bei diesem Test gab es mehrere Situationen, in denen sichtbar wurde, dass das Regelwerk in zentralen Punkten noch nicht präzise genug formuliert ist.
Einzelne Begriffe wurden nicht immer sauber voneinander getrennt, sodass etwa „Spieler“ stellenweise wie „Rivale“ behandelt wurde. An anderer Stelle wurde das Schlüsselwort „zufällig“ nicht als echte Zufallsauswahl verstanden, sondern so gespielt, als dürfe die Reihe frei gewählt werden.
Solche Momente führten zwar nicht dazu, dass das Spiel grundsätzlich zusammenbrach, sie machten aber erneut deutlich, an welchen Stellen die Formulierungen noch nicht robust genug sind.
Auffällig und zugleich spannend war, dass viele Missverständnisse zunächst zu überraschenden Überlegungen führten, erfahrene Spieler die Unklarheiten im Regelwerk mit eigener Logik aber dennoch oft richtig auflösten.

Hinzu kam, dass ich nicht wegen grober Regelfehler einschreiten musste. Die wenigen handschriftlichen Ergänzungen im Regelwerk hatten also zumindest ihren Zweck erfüllt, die größten Stolperstellen des vorherigen Blindtests vorläufig abzufangen. Dadurch blieb der Fokus des Abends stärker auf dem tatsächlichen Spielerlebnis und weniger auf akuter Schadensbegrenzung.
Ein unschöner Moment des Tests war allerdings, dass ein Spieler sehr früh ausschied. In diesem Fall lag das jedoch weder an problematischem Verhalten der Runde noch an spielerischen Fehlentscheidungen, sondern schlicht an einem außergewöhnlich ungünstigen Spielverlauf.
Der Stapel lief an diesem Abend für diese Person einfach extrem schlecht. Auch wenn so ein früher Ausschluss natürlich nicht ideal ist, hatte ich hier nicht den Eindruck, dass dadurch ein grundsätzliches Problem des Spiels sichtbar wurde, das nach einer Änderung verlangt. Vielmehr wirkte es wie ein klarer Ausnahmefall, der aus einer sehr unglücklichen Konstellation entstanden ist.
Trotz solcher Momente blieb der Gesamteindruck des Spielverlaufs positiv. Das Spiel lief meist sauber, wurde größtenteils korrekt umgesetzt und wirkte in seinem Kern deutlich stabiler als noch im ersten Blindtest.
Gerade das war für mich die wichtigste Beobachtung dieses Abends.

Zentrale Erkenntnisse für das Spiel und die Neufassung des Regelwerks
Die wichtigste Erkenntnis dieses Blindtests war für mich, dass Three Souls: Rivals bereits eigenständiger funktioniert, als es der erste Test noch vermuten ließ.
Gerade vor dem Hintergrund, dass noch immer mit derselben Regelwerksversion gearbeitet wurde, war das für mich ein ermutigendes Ergebnis. Gleichzeitig hat der Test aber auch sehr klar gezeigt, dass diese Stabilität noch nicht mit echter Eigenständigkeit verwechselt werden darf.
Mehrere Kernungenauigkeiten haben sich erneut bestätigt. Wenn Begriffe nicht zuverlässig voneinander getrennt werden oder Zufallseffekte nicht eindeutig als solche verstanden werden, dann liegt das Problem nicht bei einzelnen Ausrutschern am Tisch, sondern in Formulierungen, die noch nicht präzise genug abgesichert sind.
Genau darin liegt für mich der eigentliche Wert dieses Tests: weniger in der Frage, ob das Spiel schon funktioniert, sondern darin, welche Arten von Unklarheit sich wiederholen.

Für die Neufassung des Regelwerks bedeutet das vor allem, dass es nicht nur um zusätzliche Erklärungen gehen kann. Wichtiger ist, zentrale Begriffe und Abläufe so klar zu formulieren, dass sie auch dann zuverlässig verstanden werden, wenn Spieler eigene Annahmen treffen, Abkürzungen im Kopf bilden oder Regeln aus ihrer bisherigen Spielerfahrung heraus interpretieren.
Der Test hat also nicht nur Schwächen offengelegt, sondern auch gezeigt, an welchen Stellen die Überarbeitung besonders gezielt ansetzen muss.
Das zeigt, wie entscheidend ein tragfähiger Einstieg für das Gesamtverständnis ist. Ebenso wichtig ist, dass Informationen nicht nur vorhanden sind, sondern in der richtigen Reihenfolge auftauchen, schnell auffindbar und im entscheidenden Moment verständlich sind.

Fazit
Der zweite Blindtest von Three Souls: Rivals war für mich ein klarer Fortschritt.
Nicht deshalb, weil plötzlich alles reibungslos lief, sondern weil sich gezeigt hat, dass der Kern des Spiels bereits trägt.
Der Ablauf war klarer, das Verständnis der Spieler besser und viele der Probleme lagen nicht mehr im grundsätzlichen Erfassen des Spiels, sondern in konkreten Unschärfen des Regelwerks.
Genau das macht diesen Test für mich so wertvoll. Er hat zwar nicht bewiesen, dass das Regelwerk bereits fertig ist, aber er hat gezeigt, dass Three Souls: Rivals seinem Ziel – auch ohne mich spielbar zu sein – bereits ein gutes Stück näher gekommen ist.
Gleichzeitig wurde ebenso klar, dass die Neufassung des Regelwerks weiterhin notwendig ist, damit aus einem funktionierenden Blindtest irgendwann ein wirklich eigenständig verständliches Spiel wird.
Für mich war dieser Abend deshalb vor allem eines: ein ermutigender Hinweis darauf, dass die Richtung stimmt.

Sieh dir alle Bilder an!

